Homepage des Gemeinnützigen Vereins
für das Recht auf Stille
| Befürworter: | |||
|---|---|---|---|
| Vladimir Ashkenazy | Justus Frantz | Gidon Kremer | Kurt Masur |
| Ingo Metzmacher | Christoph Prégardien | Peter Sodann | Dieter Hallervorden |
| Helmut Schmidt (Bundeskanzler a.D.) | Paul Badura-Skoda | Sir Neville Marriner | |
Kennen Sie das 11. Gebot?
Du sollst nicht lärmen!
Warum hören Menschen nicht auf ihn? Im Lebensmittelladen (Aldi, Lidl und wenige andere ausgenommen), im Kaufhaus, Einkaufszentrum, in beinahe jedem Restaurant und Hotel, in Bus und Bahn, am Telefon, in Arztpraxen, auf Ämtern und Behörden, auf Strassen und Plätzen, in der eigenen Wohnung, ja überall wo Menschen sich aufhalten oder bewegen, werden Ohren und Nerven malträtiert. Nicht vom Lärm spielender Kinder - kann man dabei eigentlich ernsthaft von Lärm sprechen? -, nein von unnützem, aufdringlichen Gedudel! Oft hat man nicht einmal auf dem WC seine Ruhe. Das mögen die Menschen? Ja, eine kleine Minderheit von Junkies, die Stille nicht ertragen können - laut Emnid 2005 sind das weniger als 20% der Bevölkerung. Das stimmt leider. Aber der Rest? Musik ist Geschmacksache. Wer nicht vor der vermeintlichen Leere, dem “Akustischen Vakuum”, fliehen muss, fühlt sich gestört, bevormundet, zwangsbeschallt. Das ist Lärm, Lärm der unnütz ist und den die Mehrheit nicht will. In der Lärmschutzverordnung kommt diese Art von penetranter Belästigung nicht vor. Sie sollte es dringend, unbedingt.
Niemand wird zuhause gezwungen - es sei denn durch Nachbarn -, sich Dinge anzuhören, auf die er lieber verzichten würde. In der Öffentlichkeit sehen sich die meisten Menschen Klängen ausgesetzt, die sie sich freiwillig NIE anhören würden. Originalton zweier etwa zwanzigjähriger Mitarbeiterinnen in einem Geschäft eines großen Handelskonzerns, auf die Bemerkung eines Kunden, daß es mit der Beschallung hier besonders schlimm sei: "Sie habn's gut, Sie können gleich wieder geh'n". Diese jungen Damen hören zuhause sicher weder Bach noch Beethoven. Aber der Geschäftsleitung ist es offensichtlich sogar gleichgültig, was die eigenen Angestellten von der Beschallung halten. Der Geschmack der Geschäftsleitung zählt, weshalb man nicht selten Sachen aus den Siebzigern hört. Ausgesucht von Sechzigern? Apropos: Ist Ihnen aufgefallen, daß es an der Kasse immer leise ist? Warum wohl?
Soll all das etwa normal sein? Zur Zeit ist es das, leider, nicht nur in Deutschland. Und niemand macht den Mund auf. Niemand? Doch, es gibt einige, die das tun, zum Beispiel Dudelstopp! Eine ganze Reihe Verwegener hat sich im Verein “Pipedown” organisiert, der sich für akustische Selbstbestimmung einsetzt: Jeder darf die Musik hören, die ihm gefällt. Niemand muss sich, wo er geht, steht oder sitzt, Musiklärm ausgesetzt sehen, der unnötig und leicht vermeidbar ist. Das ist unser Ziel, und dafür brauchen wir Sie, die Sie ebenfalls genervt sind. Je mehr Mitglieder wir sind, desto deutlicher wird unsere Stimme von der Politik gehört. Darum treten Sie ein, wenn Ihnen akustische Selbstbestimmung am Herzen liegt: Treten Sie bei!
Etwas ganz Bemerkenswertes ist im natürlich ebenfalls dudelgeplagten Österreich geschehen: Linz an der Donau hat sich des Problems 'Musik'lärm angenommen und sich nicht nur zur “Hörstadt” erklärt, sondern die “Linzer Charta” entwickelt, die einem jedem Platz einräumt im Akustischen Raum. Dem völligen Ignorieren derer, deren Hörorgan nicht verkümmert ist und die nicht nur weghören, sondern noch wirklich hören können, muss ein Ende bereitet werden. Es kann nicht angehen, daß der öffentliche Raum ausschliesslich von einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe okkupiert wird. Alle müssen auch in akustischer Hinsicht wieder wie gleichberechtigte Bürger behandelt werden, Informationen zu Linz finden Sie hier.
Kurz noch zu Namen und Geschichte des Vereins: “Pipe down - Lautsprecher aus! e.V.” entstand nach dem Vorbild des älteren englischen Vereins “Pipe down – For Freedom from Piped Music”, wobei “piped” nichts weiter bedeutet als vermittels Leitungen verteiltes Wasser, Gas, Musik etc. In unserem Falle ist die "Einleitung" von Spektakel jeglicher Art in Räumlichkeiten, auf Strassen und Plätze, ja sogar auf stille Örtchen gemeint, wobei das umgangssprachliche “pipe down” heisst: “halt die Klappe” (oder etwas Drastischeres in diesem Sinne). Was wäre das schön wenn Robert Gernhardts “Du sollst nicht lärmen!” mehr Gehör fände. Tun wir etwas dafür!
| Vorsitzender | Dr. phil. Rolf Dietrich Claus, Hamburg |
| Stellvertretender Vorsitzender | Dr. rer. nat. Walter Börner, Jena |
| Schatzmeister | Gottfried Krause, Frankfurt/M. |
| Beisitzer | Manfred Reuthe, Berlin; Nils Tumat, Wardenburg bei Oldenburg; Erich Meyer-Bothling, Hamburg; Karin Fiedler & Harald Fiedler, Appen-Etz bei Hamburg |
| Ehrenvorsitzender | Harald Fiedler (Gründer des Vereins), Appen-Etz bei Hamburg |
Fragen zum Verein bitte an: claus@lautsprecheraus.de
Vereinskonto: "Pipedown" / Konto-Nr. 649 926 105 / BLZ 100 100 10 / Postbank Berlin
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