Open-Air-Diskos - Bürgerinitiative gründen ?

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Open-Air-Diskos - Bürgerinitiative gründen ?

Beitragvon buergergegenlaerm » So 2. Aug 2009, 12:19

Hallo,
durch Dr. Miehling bzw. seine Seite bin ich auf PIPEDOWN aufmerksam geworden.

Mein Problem mit Musiklärm geht etwas in eine andere Richtung und zwar in den Bereich Open-Air-Disko.

Wir wohnen auf dem Land (kleines Dorf) und in der Nähe findet 4-5 mal im Jahr eine Open-Air-Disko auf dem Gelände eines Badesses statt.
In 4 Zelten werden zeitgleich 4 Musikrichtungen aus der Konserve verabreicht.
Zeitdauer von Samstags 21 Uhr bis Sonntag 6-8 Uhr.

Seit 6 Jahren versuche ich das zuständige Ordnungsamt zu bekehren und denen glaubhaft zu machen dass wir unter diesen Veranstaltungen leiden.

Obwohl wir 1500 Meter entfernt wohnen, sind es vor allem die Bässe, die einem den Schlaf rauben.

Die Pegelgrenzen nach der Freizeitlärm-Richtlinie werden in aller Regel eingehalten, oft auch ein ganzes Stück unterschritten. Dennoch sind auch bei unter 45 dB(A) die Bässe im Schlafzimmer nicht wegzudenken.

Die Ämter argumentieren nur auf der Basis der Richtlinie, mit der Einhaltung der Pegelgrenzen plus dem Passus zu "seltenen Störereignissen".

Da Sie die Bassbelastung nicht messen und nicht beurteilen können, gehen sie großzügig davon aus, dass, wenn der Rest eingehalten ist, alles für die Bürger in Ordnung sein müsste.

Leider kann ich nicht auf meine Nachbarn in der Strasse groß zählen. Einige haben sich mir gegenüber nach Befragung zwar dahingehend geäußert, dass Sie auch nicht Schlafen können, aber dennoch bin ich der Einzige der bei den Behörden und der Presse als "Gestörter(!)" auftritt.

Ich hoffe auf irgendwelche Unterstützung, evtl. auch von anderen Leidensgenossen aus anderen Orten, wo überwiegend im Sommer ähnliches von statten geht.

mfg
Matthias Fenner

mail: buergergegenlaerm@gmx.de
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Re: Open-Air-Diskos - Bürgerinitiative gründen ?

Beitragvon Astrid » So 9. Aug 2009, 09:24

Sehr geehrter Herr Fenner,
Zuerst darf ich auf die Verordnung zur Bekämpfung des Lärms (Lärm VO) vom 23. März 2004 hinweisen. Bereits § 1 betrifft den Schutz der Nachtruhe, § 5 betrifft öffentliche Vergnügungsveranstaltungen. Dieses Gesetz sollte den Behörden bekannt sein.
Das Problem des tieffrequenten Schalls ist bekannt, wird in der oben genannten Verordnung allerdings nicht explizit behandelt. Erhebungen werden im einzelnen gemacht und belegen, dass der tieffrequente Schall eine sehr große Belastung darstellt.
Die Betreiber der OpenAir Veranstaltung müssen meiner Ansicht nach dafür Sorge tragen, dass sie die Schallschutzbestimmungen einhalten.
Ich empfehle, die Ordungsämter Ihres Bezirks entsprechend zu informieren und auf die Rechtslage hinzuweisen.
Sie sollten sich in keinem Fall entmutigen lassen und klein beigeben, eventuell eine Rechtsberatung einholen.
Herzliche Grüße Astrid H.
Astrid
 
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Re: Open-Air-Diskos - Bürgerinitiative gründen ?

Beitragvon MWerner » So 15. Nov 2009, 12:50

buergergegenlaerm hat geschrieben:Wir wohnen auf dem Land (kleines Dorf) und in der Nähe findet 4-5 mal im Jahr eine Open-Air-Disko auf dem Gelände eines Badesses statt.
In 4 Zelten werden zeitgleich 4 Musikrichtungen aus der Konserve verabreicht.
Zeitdauer von Samstags 21 Uhr bis Sonntag 6-8 Uhr.


Hallo,
das Problem können wir bestens nachvollziehen, wir hatten vor unserem Umzug ähnliche Sorgen. In unserem Fall hat jedoch nicht die Stadt oder das Ordnungsamt Abhilfe geschaffen, sondern ein prsönliches und eindringliches Gespräch mit dem damaligen Betreiber der Veranstaltungsstätte. Wir konnten uns einvernehmlich auf eine Dezibel-Begrenzung einigen, die zudem in Anbhängigkeit von der Uhrzeit stand (sprich: Je später, desto leiser). So konnten wir für einige Monate unseren Schlaf wiederfinden. Nach einem Betreiberwechsel ging die Lärmbelästigung jedoch wieder von vorne los, ein gutes Zureden war leider nicht mehr möglich. Dennoch der Tipp an Sie: Suchen Sie auch das persönliche Gespräch mit dem Betreiber. Oftmals findet Einsichtigkeit bei Personen vor, bei denen man es am wenigsten vermutet hätte.

vG,
Manfred Werner

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Re: Open-Air-Diskos - Bürgerinitiative gründen ?

Beitragvon alu » Sa 6. Feb 2010, 23:42

Hallo,

ein erhebliches Problem besteht darin, dass der oder diejenige, der solche Veranstaltungen genehmigt, das zwischen 9 und 5h erledigt und dann verschwindet, und zwar nicht in Richtung auf die genehmigte Veranstaltung hin, sondern in aller Regel in eine andere Richtung. Die genehmigende Person ist damit vor dem Spektakel schön geschützt. Man sollte folgendes einführen: der/die genehmigende Person wird verpflichtet, sich während der kompletten Veranstaltung innerhalb eines Radius von 500 Metern aufzuhalten (50 wären besser). Dann würden erstens Grenzwerte eingehalten und zweitens so manches Open Air Spektakel garnicht genehmigt werden.

Eine weitere, vom Gesetzgeber gewollte Hürde ist, dass jegliche Schalldruckmessung von einer nichtamtlichen Person, und sei das Gerät noch so geeicht und die messende Person noch so qualifiziert, ungültig ist. Mit einer solchen 'privaten' Messung kann man also keinesfalls eine 'amtliche' Messung herbeiführen. Sehr bequem, dieses Verfahren. Es passt so richtig zu dem oben geschilderten Genehigungsverfahren. Daran jedenfalls muss DRINGEND etwas geändert werden.

"Lautsprecher aus!" ist gefordert!

mit freundlichen Grüssen,
alu
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Re: Open-Air-Diskos - Bürgerinitiative gründen ?

Beitragvon Axel » Sa 6. Feb 2010, 23:59

Glänzender Vorschlag von Alu! Meine Frage ist: Warum finden solche Krachveranstaltungen eigentlich nicht im Saale statt? Warum muss es immer draussen sein? Das hat sicher etwas mit dem gleichen Imponiergehabe zu tun, das man bei den Besitzern rollender Diskos findet. Aggressiv, sein, auffallen, den anderen auf den Keks gehen. Dann fühlt man sich wichtig, wichtig.

Und wie steht es eigentlich mit dem Naturschutz? Brücken und Strassen dürfen nicht gebaut werden, weil irgendwo eine seltene Raupe herumkriecht. Ob die Piepmätze im Umkreis von Kilometern von solchen Open Airs von den Ästen fallen, interessiert niemanden. Die Menschen, die dadurch erheblich beeinträchtigt werden, schon garnicht. Traurige Welt. Vielleicht ist eine Bürgerinitiative ein Ansatz. Die müsste dann aber schon Deutschlanweit sein, um etwas zu erreichen.

Axel
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Re: Open-Air-Diskos - Bürgerinitiative gründen ?

Beitragvon alu » Fr 4. Jun 2010, 17:51

Alles schön und gut! Es müsste aber keine Bürgerinitiative sein, sondern eine Bundesbürgerinitiative (schönes zusammengesetztes Substantiv! Mark Twain hätte seine Freude daran). Wie könnte man das erreichen? Man müsste Werbung machen, vielleicht sogar mit Hilfe einer eine professionellen Agentur, damit ähnlich betroffende - eigentlich alle, ausser denen die Krach zum amüsieren brauchen - merken, sie sind nicht die einzigen. Es fehlt nur etwas, um diesen Vorschlag in die Tat umzusetzen: Geld. Vom Staat ist es nicht zu erwarten und eine lokale Bürgerinitiative wird die nötigen Summen nicht zusammenbringen. Sollen wir also doch lieber auf ein Wunder warten?!?

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